Politik besucht FSJ-Einsatzstelle im Rettungsdienst / Bergstraße

15. August 2019    Allgemein    Kommentieren

Der Vorsitzende der SPD Bergstraße, Marius Schmidt, ist der Einladung des Teams Freiwilligendienste des DRK gefolgt und informierte sich in der DRK Lehrrettungswache Heppenheim über die Einsatzbedingungen für die jungen Freiwilligen. Nach einer Führung in der Heppenheimer Rettungswache durch Geschäftsführer Christian Keilmann demonstrierte Rettungssanitäterin Laura Emig ihr „Arbeitsgerät“ Rettungswagen. Laura Emig absolviert momentan – wie fünf weitere junge Menschen – ein Freiwilliges Soziales Jahr beim DRK Rettungsdienst Bergstraße.
Einblick in eine besondere Einsatzstelle


Einsatzstellen für Freiwilligendienstleistende gibt es im Kreis Bergstraße viele, sei es Schulen, Kindergärten, dem Kreiskrankenhaus oder auch bei der Schulwegbegleitung. Eine der Einsatzstellen für die FSJler ist die Lehrrettungswache in Heppenheim. Die im Rettungsdienst eingesetzten Freiwilligen durchlaufen vor ihrem FSJ die dreimonatige Ausbildung zum Rettungssanitäter und erwerben den C1 Führerschein. Danach absolvieren sie ein Jahr lang Tag- und auch Nachtschichten auf einem Rettungswagen im Kreis Bergstraße. Dabei werden Sie als Rettungssanitäter als Verantwortlicher für Fahrzeug und Material eingesetzt. Begleitet werden Sie von einem erfahrenen Notfallsanitäter.


Das Team Freiwilligendienste um Verena Egger und Marc Oliver Keil luden Politiker zur Einsatzstellenbesichtigung ein, um über Probleme im FSJ zu berichten und zu beraten. Marius Schmidt von der SPD war dieser Einladung gerne gefolgt. Er vertrat zudem seine Kolleginnen Karin Hartmann (MdL) und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht.

Interesse an Medizin und Gesundheitswesen steigt
Verena Egger berichtet, dass der Nachwuchs an FSJlern insgesamt rückläufig ist. Der Bedarf in Einsatzstellen steigt. Es gibt an der Bergstraße mehr potentielle Plätze in den Einsatzstellen, als FSJler zur Verfügung stehen. Die Bergstraße hat aber gegenüber anderen Landkreisen eine Ausnahme, obwohl in Hessen die Schulabgangszahlen um zehn Prozent abgenommen haben, bleiben die Bewerberzahlen für ein FSJ im Kreis Bergstraße gleich. Die DRK Freiwilligendienste Odenwald-Bergstraße sind der 4. größte Anbieter an Freiwilligendiensten in Hessen. „Dies ist enorm, wenn man bedenkt, dass gerade mal ein kleiner Teil Südhessens durch uns abgedeckt wird“, berichtet Egger „Geburtenschwache Jahrgänge und die Umstellung von G8 zurück auf G9 sorge für Lücken“, ergänzt sie. Die Nachfrage nach einem FSJ in Schulen und Kindergärten gehe zurück, das Interesse am medizinischen Ressort und im Gesundheitswesen steigt. In der Regel gehen ein Drittel der jährlichen Freiwilligen in das Gesundheitswesen.

Für viele junge Menschen ist es die erste Orientierung für ihre Berufswahl.
Im Gegensatz zu anderen Einsatzstellen, hat das FSJ im Rettungsdienst eine lange Vorlaufzeit berichtet Christian Keilmann, Geschäftsführer des DRK Rettungsdienst Bergstraße. Dies hänge mit der vorausgehenden Ausbildung zum Rettungssanitäter, dem absolvieren des C1-Führerscheins und arbeitsmedizinischen Untersuchungen und Zulassungen zusammen.
Marius Schmidt (SPD) freut sich jedoch über die jungen Menschen, die diese Hürde auf sich nehmen. Die Qualifikation zum Rettungssanitäter ist nicht nur für das FSJ wichtig, sondern man nimmt diese für das ganze Leben mit. „Das FSJ – gerade im Rettungsdienst – sei ein wichtiger Beitrag zum gesellschaftlichen Leben“, so Schmidt. Die Auswahl für Schulabgänger ist heute sehr vielfältig, da wird bei so manchem ein FSJ gar nicht bedacht.
Marc Oliver Keil (stv. Fachbereichtsleiter Freiwilligendienste) erläutert „Die beste Werbung für ein FSJ ist die Betreuung vor Ort. Diese ist beim DRK Rettungsdienst sehr intensiv und funktioniert sehr gut.“

Finanzierung des FSJ fraglich / Attraktivität fehlt
Bei dem Treffen wurden aber auch deutliche Kritikpunkte angesprochen. So wurde auch die mangelnde Finanzierung des FSJ durch den Bund kritisiert. Stellte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey im Vorjahr noch einen Plan vor, das Freiwillige Soziale Jahr bundesweit mit 65 Mio. Euro zu fördern, wurde diese Summe in diesem Jahr bereits auf 25 Mio. Euro reduziert. Marc Oliver Keil führt an, dass die Träger die finanziellen Möglichkeiten brauchen, um die Freiwilligen qualitativ gut betreuen zu können. Gerade auch, weil der Bundesfreiwilligendienst (BFD) als Bürokratie-Monster sehr viel Ressourcen und Zeit in der Organisation und Verwaltung schlucke.


Marius Schmidt sieht ein, dass das FSJ noch attraktiver gemacht werden muss. Die Vorschläge einer flächendeckenden Anerkennung für die Bewerbung auf einen Studienplatz und die Möglichkeit dass die Freiwilligen vom FSJ-Taschengeld auch ihren Lebensunterhalt bezahlen können, möchte er den Parteikolleginnen in Wiesbaden und Berlin mit auf den Weg geben.


Marc Oliver Keil ergänzt, dass auch Vorteile für Haupt- und Realschüler geschaffen werden müssen und nicht nur für Abiturienten. Hier sieht er einen klaren Arbeitsauftrag der Politik, diesen Zustand zu ändern. „Man nimmt aus dem FSJ gute Kompetenzen für das Berufsleben mit“ fügt Keil hinzu. Die Akteure bedankten sich zum Schluss bei Marius Schmidt, für das offene Ohr und das Interesse an der Arbeit des FSJ-Teams und auch den Einsatzstellen der Freiwilligen. Dieser wiederum freute sich über die Einladung, die vielen Interessanten Infos und die tollen Einblicke über das FSJ im Rettungsdienst.

von links: Marc Oliver Keil (Stellv. Fachbereichsleitung) / Stephan Fischer (Praxisanleiter Rettungsdienst) / Verena Egger (Stellv. Fachbereichsleitung) / Laura Emig (Freiwllige im Rettungsdienst) / Marius Schmidt (Kreisvorsitzender SPD Bergstraße) / Christian Keilmann (Geschäftsführer DRK Rettungsdienst gGmbH)

Bericht/Fotos: Timo Bunscheit / DRK KV Bergstraße e.V.

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