Chiara erzählt von ihrem FSJ in einem Krankenhaus

20. April 2017    Allgemein, Interview    Kommentieren

Chiara, 19 Jahre aus Mannheim, erzählt von ihrem FSJ im Theresienkrankenhaus Mannheim. Dort hat sie ihr FSJ im Bereich der Pflege geleistet: 

Warum haben Sie sich für ein FSJ entschieden?

Um festzustellen, ob ein Beruf im medizinischen oder pflegerischen Feld das Richtige für mich ist,
dachte ich mir, dass ein FSJ in der Krankenpflege eine sinnvolle Sache wäre. Zudem gibt es beim
FSJ Seminartage, an denen einem die Möglichkeit zu reflektieren, der Kontakt zu anderen FSJlern
und das Erlangen einiger Grundkenntnisse ermöglicht wird – dies gibt es bei „normalen“ Praktika nicht.

Wie sind Sie auf das FSJ aufmerksam geworden?

Nach vielem recherchieren im Internet und Gesprächen mit Freunden, bin ich darauf aufmerksam
gemacht worden, dass es die Möglichkeit gibt, ein Praktikum im Krankenhaus im Rahmen eines
freiwilligen sozialen Jahres  zu machen.

Weshalb haben Sie sich für ein FSJ in Ihrem Bereich entschieden?

Da mich medizinische Berufe schon immer interessiert haben und ich nach dem Abi feststellen
wollte, ob mir das Berufsleben im Krankenhausalltag bzw. allgemein in einem medizinischen zusagt,
habe ich mich für ein FSJ in der Krankenpflege entschieden.

Was sind Ihre Aufgaben?

Das Aufgabenfeld als FSJ- Praktikant im Krankenhaus besteht aus einer Mischung von Arbeit mit
und an dem Patienten und Arbeit im Bereich des Service ( die Küche in Ordnung halten, Essen
austeilen, Patientenzimmer aufbereiten etc.) Der Frühdienst beginnt immer mit dem morgendlichen
Durchgang, bei dem die Patienten nach ihrer Nacht gefragt, frisch gemacht, für OP´s und Untersuchungen vorbereitet und gemessen werden- dies gehört zum täglichen Schichtbeginn eines FSJlers.
Des Weiteren gehört die Mithilfe bei der Grundpflege und dem Lagern des Patienten zu den Aufgaben eines
FSJler. Hierbei hat man die Chance mit Patienten ins Gespräch zu kommen und ihnen Gesellschaft zu leisten. Auch das Austeilen von Essen und Getränken und die nötige Hilfestellung bei Patienten, die Nahrung nicht mehr alleine zu sich nehmen können, gehören zum Praktikumsalltag dazu.
Da in einem Krankenhaus viele Untersuchungen und Operationen an den Patienten vorgenommen
werden, die nicht auf der eigenen Station stattfinden, begleitet oder fährt man als FSJler mobilitäts-
eingeschränkte Patienten am Rollator, im Rollstuhl oder im Bett zu ihren Terminen.
Weitere Aufgaben sind Hol- und Bringedienste, z.B. Medikamente aus der Apotheke abholen, das
Auffüllen der Schänke und die Desinfektion von Geräten und Mobiliar.

Was war das schwierigste Erlebnis bei Ihrem FSJ?

Da es auf Station immer sehr stressig zugeht, besonders da momentan akuter Pflegemangel herrscht,
war das Reinkommen in den Stationsalltag nicht so einfach, da es kein Personal gab, dass die Zeit hatte
mich richtig einzuarbeiten. Dies forderte dann Eigeninitiative heraus, indem ich mir vieles durch Zuschauen
und Nachfragen angeeignet habe. Daher waren die ersten Tage etwas schleppend. Die Schwestern haben
mein vollstes Verständnis, da sie selbst unter großem ( auch zeitlichem) Druck stehen.

Was war das schönste Erlebnis?

Da ich auf der Allgemeinchirurgie gearbeitet habe, konnte ich die Gelegenheit nutzen, bei diversen Operationen
zuzuschauen. Hierbei habe ich die mir von Station bekannten Krankheitsbilder besser verstanden und es gab mir
einen anderen Blick auf das Leiden des Patienten.

 

Was nehmen Sie aus der Zeit im FSJ mit?

Ich denke, was ich aus meiner Zeit im FSJ besonders mitnehmen kann, ist eine ganz andere Flexibilität und
Offenheit besonders auch mir fremden Menschen gegenüber. Dazu gehören auch all die Dinge, die ich über die
Anatomie, die Pflege und Begleitung von Menschen gelernt habe.

Welche Pläne haben Sie nach dem FSJ?

Ich bin mir immer noch sicher, dass ich einen medizinischen Beruf ergreifen möchte.

Warum würden Sie ein FSJ weiterempfehlen?

Ich denke indem man als FSJler erst einmal in einen Beruf, für den man sich interessiert, hineinschnuppert, kann
man zum einen herausfinden, ob das wirklich das richtige Berufsbild für einen persönlich ist und zum anderen viele Erfahrungen und praktisches Wissen zu sammeln. Aber auch für jemanden, der beruflich nicht in einem sozialen Umfeld arbeiten möchte, ist es trotzdem sinnvoll sich auf eine andere Perspektive einzulassen und Erfahrungen zu sammeln.
 

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